zurück zur Startseite
Wappen
Schirmherrin: Landtagspräsidentin Barbara Stamm

Aktuelles
unsere Unterstützer
Grußworte Die Homepage der Gemeinde Neubrunn
Die 1200-Jahr-Feier eMail an uns
Geschichte Neubrunns Impressum und Kontakt
Quiz Haftungsausschluss


Neubrunn, eine Chronik im "Telegrammstil" 

Der folgende Text ist praktisch wortwörtlich aus einer privat erstellten, detailliert und spannend zu lesenden Chronik des ehemaligen Neubrunners Günter Zehnder entnommen. Er stellt natürlich nur einen ganz kurzen Auszug aus dem inzwischen über 230-Seiten starken Werk dar. Die verschiedenen Quellen, die er für seine Chronik verwendet hat, finden Sie hier.

Günter Zehnder würde sich auch sehr freuen, falls es weitere Quellen oder Ergänzungen zur Neubrunner Geschichte gibt. Wir stellen dann gerne den Kontakt her.

Lieber Günter Zehnder an dieser Stelle einfach noch einmal ganz, ganz herzlichen Dank! Ein weiteres ganz herzliches Dankeschön gebührt Karl Rösch und Gotthard S. H. Schüll für ihre kunstvollen Zeichnungen historischer Bauten in Neubrunn. Diese Illustrationen durften wir ebenfalls übernehmen und an den entsprechenden Stellen hier einfügen. Karl Rösch ist zudem der Zeichner des Brunnens, der das Logo unserer 1200-Jahrfeier ziert!

Und nun viel Spaß beim Schmökern!

   
815 Älteste Erwähnung von Neubrunn unter dem Namen Niunbrunno:
Älteste Kunde von Neubrunn findet sich in einem am 24. März 815 zu Rezzibach, dem heutigen Retzbach, zwischen Wolfgerus, dem sechsten Bischof von Würzburg und Raatgar, Abt von Fulda, vollzogenem Vertrage laut welchem mit anderen Orten  "das Kloster Holzkirihha mit Mulinhus, Niunbrunno Halabingestal" abgetreten wurde.
1000
Die Erbauungszeit des Schlosses reicht wohl bis ins Jahr 1000 zurück! Schloss
Schloss Zeichnung von Karl Rösch
1305 Eigene Pfarrgemeinde Nuwenbrunnen
Am 2. August, durch die Gräfin von Hohenlohe betrieben wird, von der Pfarrei Helbingestadt (Helmstadt) die Filialkirche Nuwenbrunnen mit dem Örtchen Kentebach (Kembach) und Heizenberg getrennt und wird selbstständig mit Parochilkirche (= Pfarrkirche). Das Pfarrhaus wird in Neubrunn gebaut
1323
Urkunde vom 16. Dezember - Stadtrechtverleihung durch Ludwig der Bayer in einem Brief der Elisabeth von Hohenlohe in welchen sie ihre Neubrunner Schenkung auf ewige Zeiten bestätigt und in dem sie weiter darauf hinweist, dass die Ordensbrüder "das sie aus dem dorf Nuwenbronn in Wirtzpurger bisthum gelegen ein stat machen mögen, und sollen es bauwen und bevestigen mit steinwerk, mit holtzwerk, mit graben und mit anderen beüwen, wie die brüder düncket, das es ine nutz und gut sei. Wir geben ine auch zu demselben vorgenannten dorf Neunbronn einen wochenmarkt alle Montag." Wehrturm Torhaus
 Wehrturm Zeichnung von Gotthard S. J. Schüll                                     Torhaus Zeichnung von Karl Rösch
1483 Verabredung vom 9. April 1483 Tauschverhandlungen zwischen Deutschherrenorden und Churmainz. Mit der Erbhuldigung an den Erzbischof und Kurfürsten von Mainz am 13 Mai wurden die Einwohner von Neubrunn Mainzeruntertanen, und in das ehemalige Deutschherrnschloss zog ein kurmainzischer Amtmann ein.
1621 Neubrunn hat 130 Bürger oder Nachbarn (= Haushaltsvorstand)
1626 Ursprünglich hatte der Friedhof um die Kirche seinen Platz, als er zu klein war, wurde er außerhalb des Ortes angelegt. Auf diesem Friedhof stand eine Kapelle und ein Kreuzweg aus Stein.
1632 Die Schweden brandschatzen, rauben, und plündern in Neubrunn. Der Weiler Heizenberg wurde der Sage nach zerstört und ist seither Wüstung.
1655 Neuwbronn
30. September, Kaufbrief über Neubrunn und Böttigheim
Im Jahre 1655 wiederholte sich die große Staatsaktion vom Jahre 1484: Neubrunn wechselte seinen Landesherren, indem es von seiner Unterthänigkeit unter dem Krummstab Mainz unter den Würzburgs geführt wurde. Dieses Mal aber gab es keinen Gebietstausch, sondern eine Summe bares Geld und zwar wurden Neubrunn und Böttigheim am 19. Mai 1655 80.000 Thaler oder 120000 fl. (Gulden) werth befunden. Neubrunn wird Kammerflecken. (= Amt Neubrunn) Am 30. September erfolgte auf dem Lindenplatz (in der Nähe des Amtshauses) die Übergabe an Würzburg in Anwesenheit des kurmainzischen Amtmannes Suikard von Sickingen und Tauberbischofsheim als Vertreter des Mainzer Erzbischofs und des Würzburger Domdekans Johann Hartmann von Rosenbach und einiger Begleiter als Vertreter des Fürstbischofs von Würzburg.
1664 Neubrunn hat nur noch 90 Einwohner, nach einer Seuche 
1673 Im Jahre 1673, also kaum 40 Jahre nach der Brandschatzung durch die Schweden, kamen die Franzosen unter Marschall Turenne ins Taubertal und vertheilten ihr Heer "ins freie Quartier" in die armen Dörfer, die alles unentgeltlich aufbringen mußten. Durch das Militär brach in Neubrunn ein Brand aus, der fast den ganzen Flecken sammt seiner schönen Pfarrkirche einäscherte; nur der Turm, unter welchen sich das Presbyterium (Chorraum) mit Communionbank befand blieb wie gesagt erhalten. Auch das Pfarrhaus sank in Schutt und Asche. Die Pfarrakten berichten genug der schweren fast unerschwinglichen Lasten, welche unsere Vorfahren zu tragen
1713
Trotz aller unablässigen Kriegslasten war es der Gemeinde Neubrunn vergönnt 1713 die abgebrannte Kirche wieder auferbaut zu sehen. Fürstbischof Johann Philipp 11 von Greifenklau wählte aber den Renaissance-Stil und ließ den Chor gothisch. Das gleiche Zeitalter schenkte der Kirche noch eine Glocke, mit der Aufschrift: "Anno 1788 S. Maria, Ora pro nobis" in Würzburg und ließ auch die Kapelle auf dem Gottesacker neu erstehen. Kirche
Kirche Zeichnung von Karl Rösch
1802 Einverleibung der Orte Neubrunn und Böttigheim zum Amte Homburg a.M.: Am 22. November kamen Neubrunn und Böttigheim mit dem ganzen Fürstenthum Würzburg unter Churpfalz-bayerische Oberherrschaft.
1823 Ein furchtbares Unglück fällt in die erste bayerische Zeit: Der große Brand vom Jahre 1823. Er brach aus am 3. auf 4. September abends, als die Leute im ersten Schlafe lagen, ein fürchterlicher Brand; entstand, der in 3 Stunden 114 Familien obdachlos machte und 2/3 des Dorfes einäscherte. Als das erste Wasser zum Löschen in das Feuer kam; erhob sich plötzlich ein Sturmwind und alles Löschen war vergebens.
. . . Eine ganze Nebengasse - das Ländle genannt - brannte schon und alle Leute dieser Gasse wären verbrannt, wenn sie der Pfarrer nicht geweckt hätte, - ihre Häuser brannten schon. Leider verbrannte die 48 Jahre alte Bauersfrau Gertraud Müller und der 6 Jahre alte Johann Müller, Kind der Elisabetha Müller, ferner verbrannte die 54 Jahre alte Taglöhnerin Wittwe Margaretha Kemmer und die 56 Jahre alte Revierförsterswittwe Eva Brendlin.
Alle Erntevorräthe für Menschen und Thier waren verbrannt; doch Würzburg, Wertheim und die ganze Umgebung suchte mit Gaben jeglicher Art auch diese Heimsuchung zu lindern.
Menschen und Thiere fanden durch die Werke der christlichen Nächstenliebe von nah und fern ihr Fortkommen und auch dieses Uebel ist verschmerzt.
1864 - 66 Bau der Kemmer-Brauerei (Gründer Martin Kemmer). - Wurde dann von Menig übernommen -. Das erste feste Gebäude außerhalb der Dorfmauer. Bis dahin waren nur Ziegelhütten dort erstellt worden.
1883

Die beiden in Neubrunn bestehenden Schulhäuser wurden für die Schüler zu beschränkt es musste eine dritte Schule errichtet werden. Da wurde das alte Schulhaus neben der Kirche eingelegt, ein Wohnhaus dazu gekauft und niedergerissen und im Jahr 1883 ein Schulhaus gebaut. Am 25. August wurde das neue Schulhaus eingeweiht.
Kindergarten
Rat- und Schulhaus Zeichnung von Karl Rösch
1893 Größe der Gemeinde:
 
230 Anwesen mit 274 Familien
600 männliche Einwohner
651 weibliche Einwohner
davon 291 schulpflichtige Einwohner
90 militärpflichtige Einwohner
1904 Neubrunn waren 55 Gewerbetreibende registriert. Neben den Steinbrüchen gab es hier besonders Ziegeleien, Tüncher- und Maurergeschäfte. Auch ein Weber übte sein Handwerk aus.
1907 - 08
Am 17. September 1905 gründeten 45 Bürger aus Neubrunn den "Elisabetenverein" und am 30. April 1908 genehmigte das Innenministerium, dass zwei Schwestern aus dem Mutterhaus "der Töchter vom heiligsten Erlösers" nach Neubrunn kommen dürfen zur Leitung einer Kinderbewahranstalt und zur Erteilung von Handarbeitsunterricht. Domkapitular Emmerich aus Würzburg übernahm am 19. Juli die Einweihung des Kindergartens. Bei den Bauarbeiten wurden frühgeschichtliche Gräber gefunden. Kindergarten
Kindergarten und Schwesternstation Zeichnung von Karl Rösch
1907 Die ersten Häuser auf der Hag entstehen.
1913
15.09. wurde mit dem Bau einer Wasserversorgungsanlage begonnen. Wasser
Wasserversorgungsanlage Zeichnung von Karl Rösch

Ca. 250 Männer und Frauen arbeiten in den fünf Buntsandsteinbrüchen in Neubrunn.
1914 Neubrunn hatte noch zwei Nachtwächter. Sie zeigten von 22 Uhr bis 2 Uhr morgens jede Stunde durch eine entsprechende Zahl von Hornstößen an.
1922 - 23 Die Gemeinde wird an die Elektrizitätsversorgung angeschlossen. Sämtliche Hausbesitzer ließen sich an das Netz anschließen. Auch die Ortsbeleuchtung und das Pumpwerk der Wasserleitung wurden an das Stromnetz angeschlossen.
1939 - 45 Auch der zweite Weltkrieg verlangte von der Gemeinde große Opfer. Am 28. Februar 1940 fiel der erste Neubrunner, Burkard Wiederer, Polizeibeamter, im Alter von 37 Jahren. Er hinterließ seine Frau und drei kleine Kinder. 83 Soldaten sind nicht mehr heimgekommen, von 60 erreichte die Angehörigen die Todesnachricht, 23 werden noch vermisst. Die Anzahl der Eingezogenen Männer und Frauen lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Man weiß lediglich die Namen von 249 Soldaten, die nach dem 1. Juli 1945 zurückgekehrt sind. Doch viele sind schon in den ersten Nachkriegswochen eingetroffen, so dass die Zahl der Kriegsteilnehmer bei ungefähr 350 bis 400 gelegen haben dürfte.
1945 Am Ostersonntag den 1. April rückte eine kleine Abteilung von SS-Mannschaften in den Ort ein, besetzten den Kirchturm, um dort eine Wache einzurichten, begannen Schützengräben in der Umgebung des Ortes auszuheben, offenbar in der Absicht, in Neubrunn eine Verteidigungsstellung auszubauen. Einige Männer aus dem Gemeinderat hatten auf sie eingeredet diesen Ort zu verlassen. Am späten Abend waren die SS-Soldaten verschwunden. Alle im Dorf waren erleichtert; denn die früher in Neubrunn arbeitenden französischen Kriegsgefangenen hatten mit den Amerikanern vereinbart, dass deren Truppen erst einrücken, wenn die SS weg ist. So blieb der Gemeinde großes Unheil erspart.
1947 Neubrunn hat mehr als 1800 Einwohner bedingt durch den Flüchtlingsstrom aus dem Osten. So kamen an einem Tag allein 68 Familien nach Neubrunn. Die vielen Menschen mussten Unterkunft bekommen was zu dieser Zeit, es war vor der Währungsreform – Mangel an allem – ein großes Problem war. Sicherlich gab es Schwierigkeiten, aber sie wurden überwunden. Auch mussten die Menschen in die Dorfgemeinschaft integriert werden. Es hat alles funktioniert.
1954 Am 30. Mai wurde das Schwimmbad wird eingeweiht, wurde im Zuge der Flurbereinigung mit Fronarbeit erbaut. Schwimmbecken 50 x 15 m Bahn dies war im Landkreis einmalig, ferner ein 1 Planschbecken. Wasserzulauf hauptsächlich aus der "Weth-Quelle".
1957 Erschließung des Baugebietes Allersberg - Brübel und Baubeginn.
1968 Am 26. Juni um 17 Uhr, Großbrand in Neubrunn! Ein Scheunenviertel zwischen Hehnsgasse - Gäßlein und der Straße zur alten Weth brennt. Es kamen zur Hilfe der örtlichen Wehr die Wehren Oberaltertheim, Wenkheim, Wertheim, Marktheidenfeld, Wüstenzell, Holzkirchhausen, Remlingen, Holzkirchen, Waldbüttelbrunn, Helmstadt, die ständige Wache der Feuerwehr Würzburg-Stadt, Unteraltertheim, Üttingen, Böttigheim. In Bereitschaft waren die Wehren Lengfurt, Veitshöchheim, die Feuerwehrschule Würzburg und die freiwillige Feuerwehr Heidingsfeld. Zehn Gebäude sind niedergebrannt. Löschwasser wurde aus dem Schwimmbad und dem Mühlbach entnommen. Brandursache nicht bekannt. Durch die starke Thermik flogen die brennenden Strohballen z. Teil 200m weit.
Hier zeigte sich nach dieser schweren Katastrophe wieder die große Hilfsbereitschaft der Dorfgemeinschaft, denn nach nur 4 Tagen waren sämtliche Brandstätten von Schutt, Unrat und Asche gesäubert.
1972 Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform in Bayern hat auch Neubrunn einige Änderungen erfahren. Eingeleitet wurde die notwendige Reform mit einer Neugliederung der Landkreise bei der aus 143 bayerischen Landkreisen zum Stichtag 1. Juli 1972 noch 71 neue Kreise entstanden. Für Neubrunn hat das die Umgliederung vom Landkreis Marktheidenfeld zum Landkreis Würzburg bedeutet.

Am 28. Februar erfolgte der erste Spatenstich zum Bau einer Festhalle.
1973 Böttigheim stimmt für den Zusammenschluss von 8 Gemeinden (Helmstadt, Neubrunn, RemIingen, Üttingen, Böttigheim, Holzkirchen, Holzkirchhausen, Wüstenzell) zur Verwaltungsgemeinschaft mit Sitz in Helmstadt zu. Eine Eingemeindung nach Neubrunn wird in Böttigheim einstimmig abgelehnt, bei 252 abgegebenen gültigen Stimmen sprachen sich 213 für den Erhalt der Selbständigkeit aus. 39 votierten für Neubrunn. Bürgermeister Seidenspinner unterstrich diese Entscheidung.
Neubrunn hat 1592 Einwohner, 345 Wohngebäude und 473 Wohnungen. Im Dezember stellt die Gemeinde den Antrag für die Einstufung als Kleinzentrum.

Die Schulsporthalle am Sportplatz wird gebaut.

Das alte Pfarrhaus wird abgerissen und neu erbaut.
1975 Baubeginn der Kläranlage in Neubrunn.
1978 Zum 1. Mai 1978 wurde aufgrund der Reform die bis dahin selbstständige Gemeinde Böttigheim in den Markt Neubrunn eingegliedert und beide Gemeinden gehören ab diesem Zeitpunkt zur Verwaltungsgemeinschaft Helmstadt mit Sitz in Helmstadt. Es waren viele Verhandlungen über die gemeinsamen Vereinbarungen nötig. Zum Beispiel über die Hebesätze der Grund- und Gewerbesteuer, Beibehaltung des Kindergartens in Böttigheim, Aufrechterhaltung des Feuerwehrgerätehauses, das Rathaus mit dem wöchentlichen Sprechstunden, die Gleichstellung der örtlichen Vereine in Beihilfesachen, die eigene Wasserversorgung, die Kanalgebühren, die Verwendung des Jagdpachtes und der Jagdgrenzen und vieles andere Verhandlungspunkte wurden gemeinsam erarbeitet.